____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
LymphgefĂ€Ă
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Ein LymphgefÀà oder eine Lymphbahn (Ă€lter auch ChylusgefĂ€Ă) ist ein anatomisches GefÀà und mit einem BlutgefÀà vergleichbar. Allerdings dient es nicht dem Transport von Blut, sondern dem Abtransport der sich im Gewebe befindenden FlĂŒssigkeit (Lymphe) einschlieĂlich geringer Mengen von Proteinen. In das LymphgefĂ€Ăsystem sind Lymphknoten als Filterstationen eingeschaltet.
Contents
âą Anatomie
âą GefĂ€Ătypen
âą Aufgabe
âą Krankheiten
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Anatomie
GefĂ€Ătypen
Das LymphgefĂ€Ăsystem lĂ€sst sich grob in vier GefĂ€Ătypen unterteilen, die sich unter anderem in Aufbau, Funktion und GröĂe unterscheiden:
Initiale LymphgefĂ€Ăe
Die initialen LymphgefĂ€Ăe (fĂ€lschlicherweise auch Lymphkapillaren genannt) sind die kleinste anatomische Einheit im LymphgefĂ€Ăsystem. Sie beginnen fingerförmig im Interstitium (Zellzwischenraum) und bestehen aus sich dachziegelartig ĂŒberlappenden Endothelzellen, die ein ungefĂ€hr 50 ”m durchmessendes, fast 10-mal so groĂes Lumen wie das der Blutkapillaren formen. Die initialen LymphgefĂ€Ăe sind am bzw. im umliegenden Gewebe mit sogenannten Ankerfilamenten befestigt. Diese bestehen aus an Endothelzellen angelagerten Mikrofibrillen, die an elastische Fasern des interstitiellen Bindegewebes binden. Neben der Verankerung bewirken sie, dass das GefĂ€Ălumen offen gehalten wird.
Die Lymphbildung erfolgt in den initialen LymphgefĂ€Ăen durch Aufnahme der im Interstitium befindlichen GewebsflĂŒssigkeit.
PrÀkollektoren
In der Folge vereinigt sich Lymphe aus mehreren initialen LymphgefĂ€Ăen in den nĂ€chstgröĂeren LymphgefĂ€Ăen, den um die 100 ”m weiten PrĂ€kollektoren. Diese besetzen funktionell die Zwischenposition zwischen den vorangegangenen initialen LymphgefĂ€Ăen und den nachfolgenden Kollektoren, da sie sowohl an der Lymphbildung beteiligt sind (d. h. GewebsflĂŒssigkeit aufnehmen) als auch â dank der Tatsache, dass sie vereinzelt Muskelzellen besitzen â zum Weitertransport der Lymphe (zunĂ€chst) bis zu den Kollektoren beitragen.
Kollektoren
Jeweils mehrere PrĂ€kollektoren vereinen sich nun zu einem Kollektor (âSammlerâ). Die 150 bis 600 ”m im Querdurchmesser messenden Kollektoren sind dabei die ersten LymphgefĂ€Ăe, die die Lymphe durchlĂ€uft, die alleine dazu dienen, sie zu transportieren.
Der Aufbau der Kollektoren ist Ă€hnlich dem der Venen â mit Klappen, die denen der Venen Ă€hneln, allerdings passiv sind, (siehe dazu Venenklappe) sowie mit dem (fĂŒr sĂ€mtliche GefĂ€Ăe typischen) dreischichtigen Wandaufbau. Durch diese Klappen, die in bestimmten AbstĂ€nden (etwa 10Ă GefĂ€Ădurchmesser) angebracht sind, wird ein RĂŒckströmen der Lymphe verhindert und ein zentralgerichteter Lymphstrom gewĂ€hrleistet.
Der Abschnitt zwischen zwei Klappen heiĂt Lymphangion. Dessen gelegentliche Bezeichnung als âLymphherzâ rĂŒhrt daher, dass die Angione â Ă€hnlich der Kontraktion des Herzens â in bestimmten Intervallen kontrahieren (in Ruhe etwa 10- bis 12-mal die Minute) und so die Lymphe in den jeweils nĂ€chsten Abschnitt weiterpressen.
Unterteilt werden die Kollektoren wie folgt:
⹠oberflÀchliche Kollektoren (epifasziales System):
âą tiefe Kollektoren (subfasziales System):
âą Eingeweidekollektoren (viszerales System):
Diese nehmen die Lymphe der Eingeweide (Viszera) auf.
LymphsammelstÀmme
Die LymphsammelstĂ€mme (Trunci) â unterteilt nach den SammelstĂ€mmen der oberen und denen der unteren KörperhĂ€lfte â sind die gröĂten LymphgefĂ€Ăe des Körpers. Zu ihnen gehören z. B. der Truncus trachealis (Luftröhrenstamm) und der Ductus thoracicus (âMilchbrustgangâ); ca. 40 cm lang, vom 10. Brustwirbel bis zum linken Venenwinkel (Angulus venosus sinister). Die SammelstĂ€mme nehmen die Lymphe aus den Kollektoren â heiĂt: die gesamte Lymphe aus den inneren Organen, den ExtremitĂ€ten sowie den dazugehörigen Rumpfquadranten â auf und mĂŒnden im weiteren Verlauf herznah in die Venenwinkel, also in den venösen Blutkreislauf.
GefĂ€Ăverbindungen
LymphgefĂ€Ăe, die in derselben Ebene liegen (z. B. oberflĂ€chliche Kollektoren im Unterhautfettgewebe) sind untereinander durch sogenannten Anastomosen verbunden. LymphgefĂ€Ăe, die in verschiedenen Ebenen liegen (z. B. oberflĂ€chliche und tiefe Kollektoren), sind untereinander durch sogenannte PerforanzgefĂ€Ăe verbunden.
Anastomosen dienen unter anderem als Umleitungen. Ist der Lymphfluss in einem gröĂeren GefÀà unterbrochen, flieĂt die Lymphe ĂŒber die Anastomosen in ein angrenzendes, mit ihm verbundenes, LymphgefĂ€Ă. Somit soll ein FlĂŒssigkeitsstau und ein daraus resultierendes Lymphödem vermieden werden.
Ăber die PerforanzgefĂ€Ăe findet ein stĂ€ndiger FlĂŒssigkeitsstrom, meist an den ExtremitĂ€ten von den tiefen zu den oberflĂ€chlichen groĂen LymphgefĂ€Ăen (Kollektoren), statt (anders als bei den venösen BlutgefĂ€Ăen, wo der Blutstrom meist von oberflĂ€chlich nach tief verlĂ€uft). Diese Eigenschaft macht man sich unter anderem bei der manuellen Lymphdrainage, einer Form der Massage, zu Nutzen. Hier wird durch die meist sanfte Massage der Lymphfluss der oberflĂ€chlichen LymphgefĂ€Ăe unterstĂŒtzt und angeregt, wodurch auch die tiefliegenden LymphgefĂ€Ăe besser entleert werden.
Aufgabe
Das LymphgefĂ€Ăsystem ist unter anderem fĂŒr den RĂŒcktransport von liegengebliebener GewebsflĂŒssigkeit (d. h. nicht wieder vom BlutgefĂ€Ăsystem resorbierter FlĂŒssigkeit) und Proteinen in den venösen Blutkreislauf zustĂ€ndig. DarĂŒber hinaus hat es immunbiologische Aufgaben. Im Rahmen der Fettverdauung wird ein GroĂteil der aus der Nahrung aufgenommenen Fette von den Enterozyten des DĂŒnndarms in Chylomikronen (von âChylusâ fĂŒr Lymphe) verpackt und anschlieĂend ĂŒber die LymphgefĂ€Ăe ins Blut transportiert. Stauungen im LymphgefĂ€Ăsystem oder Ăberforderung der RĂŒcktransportkapazitĂ€t (z. B. bei venösen Stauungen auf Grund einer Rechtsherzinsuffizienz) haben Lymphödembildungen zur Folge.
Der EiweiĂrĂŒcktransport ist insofern wichtig, als bei Ansammlung von Proteinen im Interstitium der kolloidosmotische Druck im Interstitium ansteigen wĂŒrde und es vermehrt dazu kĂ€me, dass BlutflĂŒssigkeit aus den Blutkapillaren ins Interstitium gelangt. Dies fĂŒhrt zu einem Volumenmangel (HypovolĂ€mie), im schlimmsten Fall zu einem lebensbedrohlichen Schockzustand.
Krankheiten
Unter angeborenen oder erworbenen Erkrankungen der LymphgefÀsse sind Lymphödem, Lymphangitis, Lymphangiom, Lymphangiomatose und Lymphangiektasie zu nennen.
Forschungsgeschichte
Entdeckt wurden die LymphgefĂ€Ăe 1622 von Gaspare Aselli, der am Darm von Tieren weiĂe, mit Klappen versehene GefĂ€Ăe sah, die eine milchĂ€hnliche FlĂŒssigkeit enthielten. Er nannte diese GefĂ€Ăe, als deren Funktion er eine Nahrungsaufsaugung annahm, Venae lacteae und Vasa lactea. Den Namen Vasa lymphatica erhielten diese GefĂ€Ăe dann 1653 von Thomas Bartholin.cite-ref-1[1] Im 18. Jahrhundert fand der Mediziner und Naturforscher John Hunter die LymphgefĂ€Ăe bei Vögeln.cite-ref-2[2]
Literatur
âą Uwe Gille: Herz-Kreislauf- und Abwehrsystem, Angiologia. In: Franz-Viktor Salomon u. a. (Hrsg.): Anatomie fĂŒr die Tiermedizin. 2. Auflage. Enke-Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8304-1075-1, S. 404â463.
âą Renate LĂŒllmann-Rauch: Taschenlehrbuch Histologie. 4. Auflage. Georg Thieme Verlag, 2012, ISBN 978-3-13-129244-5, S. 270â272.
âą Alfred Benninghoff, Detlev Drenckhahn: Anatomie. Band 2. Urban & Fischer.
Weblinks
Wiktionary: LymphgefĂ€Ă
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wiktionary: Lymphbahn
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Einzelnachweise
cite-note-11. â Nikolaus Mani: Lymphe, LymhgefĂ€Ăe. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): EnzyklopĂ€die Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 875.
cite-note-22. â Georg Fischer: Chirurgie vor 100 Jahren. Historische Studie. Verlag von F. C. W. Vogel, Leipzig 1876; Neudruck mit dem Untertitel Historische Studie ĂŒber das 18. Jahrhundert aus dem Jahre 1876 und mit einem Vorwort von Rolf Winau: Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1978, ISBN 3-540-08751-6, S. 289.